Gesichtsfeminisierung

Unter dem Begriff Gesichtsfeminisierung (Facial Feminization Surgery) fasst man eine Reihe von Maßnahmen zusammen, die das Aussehen femininer erscheinen lassen.
Im Mittelpunkt der Chirurgie der Feminisierung (FFS) steht das Ziel, männliche Gesichtszüge zu reduzieren und der weiblichen Physiognomie anzunähern. Das Bestreben ist immer, ein natürliches Aussehen zu erreichen und dies von möglichst nicht sichtbaren Einschnitten.
Dabei geht es um mehrere Merkmale, die den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Gesichtszügen ausmachen.
Wesentlich ist, dass in jedem Fall eine ganz individuelle Planung und Vorgehensweise berücksichtigt werden muss.
Grundsätzlich ist das männliche Gesicht härter und kantiger, das weibliche Gesicht ist weicher, ovaler und feiner. Die Knochenstruktur des Mannes ist dicker, die der Frau dünner.

Folgende Bereiche sind zu unterscheiden:

 

Nase

Die Nase ist das Zentrum der Gesichtsstruktur und das wesentliche Merkmal des Geschlechtes. Die ästhetische Einheit des Gesichtes wird wesentlichen durch die Form, Größe und Projektion der Nase bestimmt. Als Zentrum des Gesichtes fällt eine Dysharmonie hier besonders auf. Die Veränderung der männlichen Nase zu einer femininen Form der Nase ist von zentraler Bedeutung bei der Feminisierung des Gesichtes. Die Nase des Mannes ist kräftiger, größer, länger, breiter. Der Berkei Nasofrontalwinkel beträgt beim Mann 135 – 125 °, bei der Frau 125 – 115 °. Die Nasenspitze der Frau steht höher. Der Winkel zwischen Oberlippe und Nasensteg beträgt bei Mann 90 °, bei der Frau 100 °. Diese Unterschiede lassen sich durch eine Reihe chirurgischer Maßnahmen in einer operativen Sitzung korrigieren. Der Eingriff sollte in Vollnarkose durchgeführt werden, da die Operationsdauer 2-3 Stunden sein kann. Der operative Zugang wird so gewählt, dass nur eine winzige Narbe verbleibt, die an einer fast nicht sichtbaren Stelle liegt.

 

Augenbrauen

Bei Männern stehen die Augenbrauen tiefer, sind mächtiger und breiter. Die Augenbrauen der Frau sind zierlicher, dünner und gewölbter. Das Auge der Frau wirkt offener. Die Augenbraue kann durch ein Augenbrauenlift angehoben werden und anschließend kosmetisch verschmälert werden. Gelegentlich ist eine Oberlidkorrektur notwendig, um ein Absacken der Oberlider zu verhindern.

Im Stirnbereich zeigt sich der Unterschied zwischen Mann und Frau in einer knöchernen Wulstbildung am oberen der Augenhöhle. Deshalb besteht auch ein Unterschied im Winkel zwischen Nasenrücken und Stirn – siehe oben. Die operative Korrektur kann im Zusammenhang mit einer Nasenkorrektur über den dort gewählten operativen Zugang erfolgen. Die Korrektur kann auch von einem Schnitt dicht hinter dem Haaransatz erfolgen. Häufig reicht das Abschleifen oder Abfeilen der prominenten Knochenanteile. Auf jeden Fall ist vor dem Eingriff eine Computertomographie des Schädels notwendig, um die Lage der Stirnhöhle zu kennen.
Sollte diese Prozedur gewählt werden kann auch im Rahmen diesen Eingriffes eine Anhebung der Augenbrauen erfolgen.

 

Lippen

Bezüglich der Lippen besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Mann und Frau. Nicht umsonst spricht man bei der Frau von „sinnlichen“ Lippen. Der Mann hat schmalere, längere Lippen. Frauen haben einen betonten Amorbogen, die Lippen sind voller und üppiger. In jüngster Zeit ist ein Trend zum Auffüllen der Lippen mit Eigenfett oder sonstigen Fillern unverkennbar. Der Abstand von Oberlippenrand zum Nasensteg ist bei Männern größer. Ebenfalls im Zusammenhang mit einer Nasenkorrektur kann der Abstand von Oberlippenrand zum Nasensteg verändert werden.

 

Kinn

Das Kinn der Frau hat mehr eine „V“-Form. Das Kinn des Mannes ist kantiger, größer und wirkt kräftiger. Über einen operativen Zugang im Mundvorhofbereich des Unterkiefers kann der männliche Unterkieferknochen verändert werden und eine femininere Form erhalten.

 

Wangen

Eine weitere wichtige operative Prozedur ist die Wangenaugmentation. Bekannt ist die Augmentation mit Eigenfett oder sogenannten „Fillern“. Eigenfett persistiert zu ca. 60 -50 %. Synthetische Filler werden mit der Zeit resorbiert und müssen um einen bleibenden Effekt zu erzielen, jedes Jahr erneut appliziert werden. Eine bleibende Augmentation besteht in Form synthetischer Implantate. Dies ist in den USA eine weit verbreitete Anwendung. Man hat dort gute langfristige Erfahrungen gemacht, in Europa es eher selten durchgeführt.